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Zahnbehandlung in Narkose bei einer Patientin mit ausgeprägter Behandlungsphobie
Die Zahnmedizin macht heute einen Paradigmenwechsel durch, weg von dem reinen Reparieren von Zahndefekten hin zur Prophylaxe, zur oralen Ästhetik und zum wichtigen Faktor in der Humanmedizin. Mehr als früher verstehen sich heute Zahnärzte als Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Viele Allgemeinerkrankungen finden ihren ersten Niederschlag in der Mundhöhle. Als Beispiel sei hier der Diabetes mellitus genannt, dessen erstes Symptom häufig ein gravierender Knochenabbau speziell im Unterkieferfrontzahnbereich ist.
Trotz einer Vielzahl von Beiträgen zu Erkrankungen und ihren Therapien im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich, werden Sie nicht immer eineAntwort finden. Scheuen Sie sich nicht, diese Frage dann perEmail zu stellen. Wir sind bemüht Ihnen innerhalb von 24 Stunden zu antworten. Obwohl unser Redakteur Zahnarzt und Oralchirurg ist, kann die Antwort nur allgemeiner Natur sein und eine gründliche Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt, Oral- oder Kieferchirurgen nicht ersetzen. Wir sind für konstruktive Kritik dankbar und versuchen unser Zahnmedizin-Portal beständig zu erweitern.
Die Indikation zur Verwendung von sogenanntem Knochenersatzmaterial ist in der Zahnmedizin in den Spezialgebieten Oral- und Kieferchirurgie und in der Parodontologie gegeben. Das Knochenersatzmaterial wird im Labor synthetisch erstellt oder aus tierischen Knochen gewonnen. Beim Knochenersatzmaterial tierischen Ursprungs, werden die organischen Knochenbestandteile entzogen, sodaß nur das anorganische Hydroxylapatit übrigbleibt. Dieses wird zu Granulaten oder auch zu Blöcken verarbeitet.
Das Knochenersatzmaterial wird zum Auffüllen von sich nicht selbst reparierenden Knochendefekten, wie z.B. parodontalen Defekten oder Zysten, benutzt. Der sogenannte Kunstknochen heilt nicht in seiner Gesamtheit ein, sondern dient als "Wachstumsschiene" für den sich neu bildenden Knochen.
In der Folge wird ein Behandlungsfall aufgezeigt, wo eine Knochenresorption zwischen den beiden Wurzeln eines unteren Molaren mit Hilfe von Knochenersatzmaterial "repariert" wird. Die im Foto unten gezeigte Membran wird in einigen Fällen zwischen Knochen und vernähtem Zahnfleisch eingebracht um das Einsprießen von Entzundungszellen zu verhindern.
Foto: Verfasser
Hydroxylapatit-Granulate in der Schale, daneben eine sich resorbierende Membran
Mit der sogenannten "Karies-Infltration" ist ein minimalinvasieves Verfahren der Kariestherapie neu entwickelt worden. Die wissenschaftliche Entwicklung dieser Methode gelang Zahnmedizinern der Charité Berlin und der Universität Kiel.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Karies-Infiltration"?
Bei der Karies-Infiltration werden beginnende kariöse Läsionen, die maximal ein Drittel der Dentinschicht eines Zahnes erreicht haben dürfen, zunächst mit einem 15prozentigen Säuregel behandelt. Hierdurch werden kariöse Flächen abgetragen. Anschließend werden niedrig visköse Kunststoffe aufgetragen, die in den kariösen Defekt hinein diffundieren und in der Tiefe quasie den Defekt ummanteln. Vorteil für den Patienten: Geringer Verlust von Zahnhartsubstanzen, Schmerzfreiheit...Nachteil: Das Verfahren ist nur in sehr eingeschränkten Fällen anwendbar... die Kosten werden (noch?) nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.
Die Narkose,auch Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose genannt, ist ein Verfahren, bei dem mittels moderner Medikamente, der Patient in einen kontrollierten Zustand der Bewusslosigkeit versetzt wird. Hierbei kommt es zu einem Zustand der Bewusstseins-und Schmerzausschaltung und weitestgehender Muskelrelaxation, der es ermöglicht, auch schmerzhafte Diagnoseverfahren und Operationen durchzuführen. Narkosen werden heute in der Regel durch Fachärzte für Anästhesie durchgeführt.
Die Vorbereitung einer Narkose Vor der Narkose ist es erforderlich, dass der Anästhesist ein Aufklärungsgespräch und eine gründliche Untersuchung durchführt. Da heute sehr oft Operationen ambulant durchgeführt werden, ist es erforderlich, daß der Patient sämtliche Vorbefunde seiner Krankengeschichte vom Hausarzt mitbringt und das vom Anästhesisten angeforderte Diagnostiken, wie z.B. aktuelle Laborbefunde oder ein EKG, durchgeführt werden. Ggf. wird der Anästhesist noch konsiliarische Untersuchungen von Fachärzten einfordern.
Die Parodontitis ist nicht als ein einfacher entzündlicher Prozess des Zahnhalteapperates zu verstehen, sondern sie ist Teil sehr komplexer immunologischer Vorgänge. Innere Körperoberflächen, wie die Mundhöhle, die Vagina und der Darm, sind mit einer physiologischen (gute, dorthin gehörende) Bakterienflora ausgestattet. Bei Erkrankungen von Darm und Vagina zielen die therapeutischen Massnahmen darauf ab, diese physiologische, schützende Bakterienflora zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Anders ist bisher der therapeutische Ansatz bei der Parodontitis: Mechanische Massnahmen der Zahnmedizin, wie Plaque- und Biofilmentfernung, werden häufig von hochdosierten Gaben von desinfizierenden oder antibiotischer Medikamente bzw. Spüllösungen begleitet. Hierbei werden häufig, neben den pathogenen (krankmachenden) Bakterien, auch die "guten", schützenden Bakterien mit vernichtet.
Invisalign ist ein kieferorthopädisches Verfahren, welches seit 1999 in den USA angewandt wird. Etwa seit 2001 ist dieses Verfahren auch in Deutschland bekannt. Es darf in Deutschland nur von lizensierten Zahnärzten durchgeführt werden.